1.4 Information und Kommunikation |
1.4.3
Informationsprozesse |
Kyb 1434 [5/5] |
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f) Informationsnutzung, Wissenstransfer |
Die skizzierten Grundprozesse der Gewinnung, Speicherung,
Verarbeitung und Übertragung von Informationen dienen in
kybernetischen Systemen nicht dem Selbstzweck, sie sind
vielmehr Mittel zum Zweck der Bewältigung der vielfältigen
Aufgaben des betreffenden Steuerorgans im jeweiligen
System. Daraus folgt, dass die Gestaltung und der
Vollzug genannten Grundprozesse letztlich von den
Anforderungen der Informationsnutzung im
Steuerprozess bestimmt werden (siehe Bild 1.30, Seite
Kyb 1430). |

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Unter Informationsnutzung
(im hier betrachteten Kontext) ist die
Verwendung/Verarbeitung verfügbarer bzw.
bereitgestellter bzw. zugriffsbereiter
Informationen durch Steuerorgane
kybernetischen Systemen zweck Wahrnehmung
gestellter Steuerungsaufgaben verstehen.
Der Erfolg einer Informationsnutzung hängt
maßgeblich davon ab, ob die für die Lösung der
Steuerungsaufgaben benötigten Informationen
verfügbar bzw. beschaffbar und in diesem
Zusammenhang "nützlich" sind und ferner, ob der
Zugriff und die Nutzung der betreffenden
Informationen zulässig ist! |
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Die Wirksamkeit der Informationsnutzung im Steuerprozess
hängt des Weiteren vom Niveau der nutzergerechten
Aufbereitung und Bereitstellung von Informationen,
von den Zugriffsmöglichkeiten zu Daten- und Wissensbanken,
aber auch vom Bemühen des Steuerorgans ab, benötigte und
verfügbare Informationen zur Lösung eines anstehenden
Problems beschaffen und verarbeiten zu wollen. So ist
beispielsweise eine tabellarische Zusammenstellung von
Daten und Informationen zwar im Detail aussagekräftig, die
Visualisierung eines Trends oder eines wichtigen
Zusammenhangs in einem Diagramm oder in einer anderen
Grafik für den Nutzer (als Steuerorgan) jedoch wichtiger.
Eine besondere Bedeutung für den Erfolg der
Informationsnutzung im Steuerprozess hat heute der sog.
Wissenstransfer.1 |

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Unter Wissenstransfer ist
der Prozess der zielgerichteten Vermittlung von
vorhandenem bzw. neu initiierten Wissen ("Know-how
= "gewusst wie ...") von einem Transferpartner zu
einem anderen Transferpartner zu verstehen, wobei
dies in der Regel mit wechselseitigen
Interaktionen verbunden ist (sehe Bild
1.32): Al interner Wissenstransfer wird
der Transfer von Wissen innerhalb eines Systems
(z. B. im Unternehmen) bezeichnet. Ein externer
Wissenstransfer liegt dann vor, wenn in den
Prozess der Initiierung, Transaktion und der
Anwendung von Wissen externer Partner
(Forschungseinrichtungen, Universitäten u. a.) in
gemeinsame Projekte eingebunden sind. |
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Bild 1.32: Informationsnutzung und
Wissenstransfer |
Wichtig ist, dass sich Steuerorgane (z. B. Führungskräfte
und deren Mitarbeiter) mit den Anforderungen nach
Wissenstransfer identifizieren und sie darauf vertrauen
können, dass im betreffenden System alles getan wird, um
den Schutz vor Wissensverlust oder vor Missbrauch von
Wissen zu gewährleisten. |

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1
Siehe hierzu: |
ACKERMANN, B,/KRANCHER, O.: Erfolgreicher
Wissenstransfer in agilen Organisationen:
Hintergrund – Methodik – Fallbeispiele.
Springer-Gabler Verlag, Wiesbaden 2018 |
ERLACH, Ch./ORIANS, W./REISACH, U.:
Wissenstransfer bei Fach- und
Führungskräftewechsel: Erfahrungswissen
erfassen und weitergeben.
Hanser Verlag,, München 2013. |
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